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  • Susanna Koller

Namibia Tag 10: Regen & die Damara

Aktualisiert: 29. Apr.

Es prasselt. Erst leicht. Dann immer mehr. Strömender Regen. Nachts um halb drei Uhr. Wir liegen wach in unseren Zelten. Die Einen bemüht, alles trocken zu halten, die Anderen abwartend, bis es aufhört. Irgendwann schlafen wir alle wieder ein und steigen erst am frühen Morgen aus unseren Zelten. Der Spuk ist vorbei, der rote Sand um uns schon fast wieder trocken. Verschlafen trinken wir unseren ersten Kaffee, packen unsere Sachen und treffen am Campeingang Deska, ein Mitarbeiter des Camps. Er zeigt uns, wie er als Teil des Damara-Stammes heute lebt.


Die Sonne glitzert über unseren Köpfen, als wir durch das hohe Gras stampfen. Es sei ungewöhnlich hoch, erzählt uns Deska. Viele Jahre litten sie unter der Dürre, nun hat es geregnet. Nach einer Stunde Fussmarsch gelangen wir auf ein Gelände mit mehreren kleinen Farmen. Rinder halten sie hier zwar keine mehr, wohl aber Ziegen. Der grösste Stolz ist aber der Garten von Deska und seiner Familie. Seine 85-Jährige Mutter pflegt alles, wenn ihr Sohn während sechs Wochen im Camp arbeitet. Es wachsen Auberginen, Spinat, Tomaten, Rote Beete, Süsskartoffeln, Mais, Mango und zahlreiche weitere Gemüse- und Fruchtsorten in den schön strukturierten Gärtchen.


Nach dem Abstecher bei Deskas Mutter zeigt er uns das Haus seiner Tante: Es ist klein und einfach, aber gemütlich eingerichtet. Draussen brodelt der Tee, in einem Topf hat die Tante Mais-Porridge im anderen Raupen angesetzt – eine Delikatesse, die wir gleich probieren sollen. Während die Einen von uns nach einer Ausrede suchen, beissen die Anderen mutig in den traditionellen Schmaus. Deska freuts.

Wir brechen wieder auf, wandern zurück ins Camp. Diesmal laden wir Deska ein zu uns. Unsere verbliebenen Gruppenmitglieder haben Lunch gemacht. Deska und uns schmeckts – ein Glück keine Raupen!

Am Nachmittag gehts weiter mit unserem Workshop. Nach dem spannenden Abstecher in eine andere Kultur geht es um unsere eigene Identität. Wer sind wir denn wirklich, wie würden wir uns in der aktuellen Lebensphase darstellen. Erstaunlicherweise erzählen wir am Lagerfeuer von ganz besonderen Aspekten, die uns mit uns ein Stück vertrauter machen. Identisch halt.

Nach der Arbeit folgt das Vergnügen: Wir erklimmen die kleine Sunset Bar und gönnen uns einen Drink beim Anblick des Sonnenuntergangs. Danach geht es zurück zu unserem Zeltplatz. Heute Abend bekochen uns Julia und Philipp mit leckerem Gemüse und Fleisch. Mmmmhm!!!



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