
WENN DIE VERGANGENHEIT IN DER GEGENWART WEITERWIRKT
Traumafolgen erkennen, Zusammenhänge verstehen und neue Wege im Heute ermöglichen.
Nicht alles, was dich heute belastet hat seinen Ursprung im Heute.
Manches ist vorbei – und wirkt trotzdem weiter.
Nicht alles, was uns heute belastet, hat seinen Ursprung im Heute. Erfahrungen hinterlassen Spuren. Manche können wir gut einordnen und in unsere Lebensgeschichte integrieren. Andere wirken weiter – manchmal über viele Jahre hinweg, ohne dass uns der Zusammenhang bewusst ist.
Vielleicht reagierst du in bestimmten Situationen stärker, als du es selbst verstehen kannst. Vielleicht kennst du Ängste, innere Unruhe, Rückzug, Anspannung oder das Gefühl, immer funktionieren zu müssen. Vielleicht wiederholen sich Konflikte und Beziehungsmuster. Oder du spürst einfach: Da ist etwas, das mich immer wieder einholt.
Nicht hinter jeder Belastung steht ein Trauma. Und nicht jede schwierige Erfahrung führt zu einer Traumafolgestörung. Doch einschneidende, bedrohliche oder wiederholt belastende Erfahrungen können unsere Wahrnehmung, unser Erleben und unser Verhalten nachhaltig beeinflussen.
Wenn Erinnerungen nicht wirklich Vergangenheit werden
Unser Gedächtnis speichert Erlebtes nicht nur als Geschichte mit einem Anfang und einem Ende. Besonders unter extremer Belastung können Erinnerungen fragmentarisch bleiben und mit Körperempfindungen, Emotionen, Bildern, Gerüchen oder Gedanken verbunden sein.
Dann kann etwas längst vergangen sein – und sich im gegenwärtigen Moment trotzdem wieder sehr real anfühlen. Das kann dazu führen, dass unser Körper und unsere Psyche auf heutige Situationen reagieren, als wäre die damalige Bedrohung noch immer vorhanden. Zu verstehen, was damals geschehen ist und was davon heute noch wirkt, kann ein wichtiger Schritt sein, um wieder mehr Freiheit im eigenen Leben zu gewinnen.
ERKENNEN – VERSTEHEN – VERBINDEN – WACHSEN
Der eigenen Lebensgeschichte einen Zusammenhang geben
In meiner Begleitung geht es deshalb nicht nur um einzelne Symptome oder schwierige Situationen. Wir betrachten den Menschen und seine Lebensgeschichte als Ganzes.Was hast du erlebt? Was hat dich geprägt? Welche Erfahrungen haben dir Kraft gegeben? Wo gab es Verluste, Verletzungen, Angst oder Überforderung? Und welche dieser Erfahrungen könnten mit dem verbunden sein, was du heute erlebst?
Dabei arbeite ich unter anderem mit Elementen der Narrativen Trauma Arbeit (NAT). Sie ist ein wissenschaftlich fundierter Ansatz zur Bearbeitung von Traumafolgen und wurde an der Universität Konstanz von Maggie Schauer, Frank Neuner und Thomas Elbert entwickelt.
Ein wesentliches Element ist die sogenannte Lifeline – die Lebenslinie. Bedeutende Erfahrungen werden entlang der eigenen Biografie zeitlich eingeordnet. Belastendes erhält ebenso seinen Platz wie Schönes, stärkende Beziehungen, Erfolge und Ressourcen. Es entsteht nach und nach ein zusammenhängenderes Bild der eigenen Geschichte. Nicht mit dem Ziel, die Vergangenheit ungeschehen zu machen. Sondern um unterscheiden zu können: Das war damals. Das gehört zu meiner Geschichte. Und heute bin ich hier.
Verstehen schafft neue Möglichkeiten
Die eigene Geschichte zu verstehen kann helfen, Reaktionen nicht mehr nur als störend oder unverständlich zu erleben. Plötzlich können Zusammenhänge sichtbar werden.
Warum reagiere ich gerade so? Was löst bestimmte Situationen in mir aus? Welche alten Erfahrungen wirken möglicherweise noch mit?
Was brauche ich heute? Und was darf sich verändern?
So kann aus einem zunächst schwer verständlichen Erleben zunehmend Orientierung entstehen. Die Vergangenheit können wir nicht verändern. Aber wir können verändern, welchen Platz sie in unserem heutigen Leben einnimmt.
Erkennen – verstehen – verbinden – wachsen
Wenn du spürst, dass Erfahrungen aus deiner Vergangenheit dein heutiges Leben beeinflussen könnten, schauen wir gemeinsam und sorgfältig hin, welche Form der Unterstützung für dich passend ist. Manchmal beginnt Veränderung damit, die eigene Geschichte neu verstehen zu lernen.
PROZESSBEGLEITUNG

Mein fachlicher Rahmen
Ich arbeite mit der Narrativen Aufarbeitung von Traumafolgen (NAT) als strukturierte Methode, um belastende Lebenserfahrungen einzuordnen, Zusammenhänge zu erkennen und die eigene Lebensgeschichte besser zu verstehen.
Ich bin keine Psychotherapeutin und meine Begleitung ersetzt keine psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung. Zeigt sich im gemeinsamen Prozess, dass eine solche Behandlung angezeigt ist, empfehle ich die Zusammenarbeit mit entsprechend qualifizierten Fachpersonen. Ich habe mich weitergebildet in dieser Form der Begleitung und besuche regelmässig Supervisionen.
Mir ist wichtig, achtsam, verantwortungsvoll und innerhalb meiner fachlichen Kompetenzen zu begleiten.

Ablauf der Begleitung


